Programmierwettbewerbe

Leitfaden zur KI-Nutzung bei den Bwinf-Informatik-Wettbewerben

Bwinf

Bwinf schreibt in den FAQ zur KI-Nutzung:

In den ersten beiden Runden darfst du KI-Tools wie ChatGPT oder CoPilot nutzen; sie können dir beim Verstehen, Nachdenken oder Programmieren helfen. Wichtig ist nur: Du solltest selbst verstehen, was du einreichst, und deine Lösungen eigenständig entwickeln. Künstliche Intelligenz ist ein Werkzeug, das die bereits verfügbaren Werkzeuge ergänzt.

Zusätzliche Hinweise

Die Bwinf-Vorgabe ist recht offen formuliert. Ich schlage daher vor, dass du dich an die folgenden Regeln hältst. Sie sind so formuliert, dass du die KI als Werkzeug nutzen kannst, ohne dass du den Sinn der Wettbewerbe verfehlst.

Die wichtigste Regel: Erst die Idee, dann die KI

Bevor du die KI das erste Mal zur Lösung befragst, schreibst du deine Lösungsidee in drei bis fünf Sätzen auf – in normalem Deutsch, ohne Code. Diese Ideenskizze gibst du mit ab.

Danach darfst du die KI als Werkzeug benutzen. Wie weit, hängt von deiner Klassenstufe ab.

Eine Lösung zu verstehen ist viel leichter, als sie zu finden.

Lässt du dir eine Lösung erklären, hast du sie in zehn Minuten verstanden – und fühlst dich, als hättest du es selbst gekonnt. Geübt hast du aber nur das Verstehen.

Die vier Phasen einer Aufgabe

Phase Was du tust bis Klasse 10 Klasse 11 und 12
1. Verstehen Aufgabe und Eingabeformat begreifen ✅ erlaubt – frag, was etwas bedeutet, nicht wie man es löst ✅ genauso
2. Idee finden den Lösungsweg entwickeln ohne KI ohne KI
3. Umsetzen die eigene Idee programmieren ✅ nur Einzelfragen zu Python und Bibliotheken – keine fertigen Funktionen ✅ auch ganze Hilfsfunktionen (Einlesen, Zeichnen, Testdaten erzeugen), sobald die Ideenskizze steht
4. Prüfen Testfälle, Sonderfälle, Fehlersuche ✅ erlaubt – aber erst nach deiner eigenen Testliste ✅ genauso

Warum bis Klasse 10 strenger?

Beispiel-Prompts

✅ Erlaubt

Phase 1 – Verstehen

Phase 3 – Umsetzen (alle Klassenstufen)

Phase 3 – Umsetzen (nur Klasse 11 und 12)

Phase 4 – Prüfen

❌ Nicht erlaubt
Prompt Was du verlierst
„Schreib mir ein Programm, das diese Aufgabe löst.” Alles – und du merkst es nicht, weil das Programm funktioniert.
„Welchen Algorithmus nimmt man für dieses Problem?” Genau den Gedanken, um den es in der Aufgabe geht.
„Ich komme nicht weiter, gib mir einen Tipp.” Ein guter Tipp ist meistens schon die halbe Lösung.
„Schreib mir den Code und erklär ihn mir dann.” Fühlt sich gründlich an, ist aber besonders tückisch: Am Ende verstehst du die Lösung, hast aber nie geübt, eine zu finden.
„Schreib mir die Dokumentation.” Deinen besten Selbsttest: Beim Erklären merkst du, was du nicht verstanden hast.
„Mach meinen Code professioneller.” Du reichst Code ein, den du nicht mehr erklären kannst.
bis Klasse 10: „Schreib mir eine Funktion, die die Datei einliest.” Das bisschen Handwerk, an dem du bei einer Junioraufgabe das Programmieren übst.

Abgabe

Bwinf hat Vorlagen für die Abgabe bereitgestellt. Sie gliedert sich in 5 Abschnitte:

Die oben erwähnte Ideenskizze gehört in den Abschnitt Lösungsidee. Im Abschnitt Werkzeuge solltest du ein Prompt-Protokoll einfügen: Darin listest du auf, in welcher Phase du welche Prompts an die KI gestellt hast und (in Kurzform) was du mit der Antwort angefangen hast.